Oregon liegt am Pazifik. Den wollten wir sehen, und denn wollte man uns auch zeigen. Da es von Portland aber ein gutes Stück bis ans Meer ist, wurden wir in die State Vans verfrachtet (offizielle Transportvehikel des Staates Oregon. Eigentlich aber nur Mietautos, in denen man keinen Alkohol transportieren darf) und nach Newport gekarrt, quasi das Lido di Corvallis.
Wir fuhren also langsam gen Küste, im schönsten Sonnenschein, und etwa 10 Kilometer vor Newport wurde es dann grau und diesig, und so sollte es auch bleiben.
Trotzdem gabs abends ein Lagerfeuer am Strand, und wir schafften es auch, trotz des staatlichen Biertransportverbots ein wenig Gerstensaft zu organisieren. "Hamms Lager" wirbt auf der Dose: "From the land of sky blue water". Zu Recht, denn vor allem ebenjenes "Sky Blue Water" hat bei der Herstellung reichlich Verwendung gefunden, will sagen: Das Bier schmeckt nach nix und wirkt auch irgendwie nicht so recht.
Aber trotzdem wurde es ein feiner Abend, und am nächsten Tag war die Attraktion angesagt: Crabfishing!
Crabfishing geht so: Man nimmt ein kleines Motorboot und ein paar Reusen. Die bestückt man dann mit "some nasty stuff", übel riechenden Bollen in Zeitungspapier. Die Reusen versenkt man dann, und versucht, die daran befestigten Bojen nicht aus den Augen zu verlieren. Nun patroulliert man an den Bojen auf und ab, möglichst, ohne die Leinen um die Schraube zu wickeln (haben wir nicht ganz geschafft ;) ).
Ab und zu zieht man die Reusen raus, und wenn ein Krebs drin ist, holt man ihn raus, möglichst, ohne gebissen zu werden. An der Panzerform kann man erkennen, ob es ein Bub oder Mädeli ist (die weiblichen Krebse müssen alle wieder freigelassen werden), und dann misst man den Krebs, ob er die erlaubte Essgröße hat (hatte bei uns nur einer).
So treibt man es einige Zeit, der "Nasty Stuff" hat sich vom Zeitungspapier befreit und entpuppt sich als Rückstand der Pelztier-Industrie.
Aber nicht nur Krebse finden so was lecker, auch ein Seehund kam vorbei und versuchte, uns unseren Köder zu klauen!
Wenn man keine Lust, keine Zeit oder kein Geld mehr hat, fährt man zurück und schmeißt den Nerz ins Wasser. Die Krebse werden gekocht und ausgenommen, den fehlenden Anteil Fang kauft man beim örtlichen Fischhändler zu. Erstaunlicherweise ist Portland ein funktionierendes Fischerdorf, die Infrastruktur geht weit über das hinaus, was man in deutschen oder französischen "Fischerdörfern" aus Touri-Zwecken am Leben hält.
Abends am Campingplatz wurden dann die Krebse zusammen mit Kartoffeln und Gemüse in einen Topf geschmissen und nochmal gekocht. Der ganze Pamps wird dann auf dem Tisch verteilt und einfach so gegessen. Krebs schmeckt sehr sehr gut! Auch wenn mans nicht glauben mag, bei dem, was die Viecher alles fressen.
Übrigens war ich noch im Pazifik! Der hat ungefähr so 0°C. Aber ICH HABS GETAN! :) :) :)
Nächstes Thema: Getting settled - wie man in Corvallis kein Fahrrad kriegt.

3 Kommentare:
dein blog ist toll! samt fotos!
wir sind fast täglich drin - viel spaß und alles gute J.
und übrigens - mutig, mutig! wie weit warst du drin?...J.
Hallo.
Ich mochte mit Ihrer Website feliceindenusa.blogspot.com Links tauschen
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