...sind endlich editiert und beschriftet!
Bilder aus Seattle gibt es im Lauf der Woche.
Montag, 28. April 2008
Montag, 21. April 2008
Nukular, das Wort heißt nukular!

Dass auf dem OSU-Campus direkt nebeneinander Schafe weiden und Atomphysik betrieben wird, habe ich ja früher schonmal erwähnt, und auch über die Schafe meine ich das eine oder andere Wort verloren zu haben.
Deswegen kommt heute mal das andere Ende der Fahnenstange dran: Ich wär nämlich dank der Vermittlung eines Nuclear Science-Studenten heute Augenzeuge eines sogenannten "Reactor Pulse Event".
Ich möchte das Spektakel hier kurz beschreiben - weil ich aber von Kernphysik oder Reaktortechnik selber kaum Ahnung habe, gibt es keine wüste Fachsimpelei zu befürchten!
Vermutlich wird mich jeder Physiker prügeln, für das, was ich hier von mir gebe, aber ich versuche mal, das Prinzip des OSU-Kernreaktors ganz populärwissenschaftlich zu erklären:
Der Forschungsreaktor, der hier Angst und Schrecken verbreitet (weniger unter den Studenten als unter deren besorgter Anverwandtschaft), dient nicht zur Stromerzeugung, sondern vor allem der Bestrahlung von Proben (Argonmethode zur Altersbestimmung von Mondgestein), der Erzeugung radioaktiver Isotope für die Nuklearmedizin, sowie der Gewinnung von Neutronenstrahlung für diverse wissenschaftliche Anwendungen.
Das "Gerät" ist relativ simpel aufgebaut: Es besteht aus einem runden Wasserbecken, etwa 2 Meter im Durchmesser und 5 Meter tief. Am Grunde dieses Tümpels befinden sich die Brennstäbe (U-235), das Wasser dient zur Kühlung und als wirksame und obendrein transparente Abschirmung.
Die Kernreaktion an sich wird dadurch in Gang gehalten, dass bestimmte Teilchen, nämlich Neutronen, durch die Gegend flitzen, und, wenn sie dabei auf ein Uranatom scheppern, erstens Wärme freisetzen und zweitens ein zusätzliches Neutron aus dem Uran herauslösen - somit hat man nun schon zwei Neutronen, wenig später dann 4, 8, 16, (und ebensoviel Wärme!). Im Nu ist man bei einer unkontrollierten Kettenreaktion angelangt - dieses Prinzip ist besser bekannt als "Atombombe".
Letztere möchte man aus nachvollziehbaren Gründen aber ungern auf dem Campus haben. Aus dem Grund schiebt man zwischen die Brennstäbe sogenannte Steuerstäbe: Die bestehen aus einem speziellen Material und verschlucken die zusätzlich erzeugten Neutronen teilweise, und je weiter man die Steuer- zwischen die Brennstäbe schiebt, desto schwächer wird die Kernreaktion.
(Letzteres ist - unter Anderem - in Tschernobyl schiefgegangen.)
Sind bei unserem Forschungsreaktor die Stäbe ganz eingefangen, dümpelt er mit einer Leistung von nur 15 W vor sich hin - etwa halb so viel wie ein Teelicht.
Beim sogenannten "Reactor Pulse" geschieht nun Folgendes: Man zieht einen Steuerstab ganz kurz aus dem Reaktorkern hinaus, und lässt ihn (um einer Kernexplosion aus dem Weg zu gehen) gleich wieder hineinscheppern - eine Hundertselsekunde lang entwickelt das Teelicht nun soviel Wärme wie ein Großkraftwerk!
Im Reaktor sieht man plötzlich ein Aufblitzen, und danach ist das Becken von einem langsam abklingenden, sehr geheimnisvollen, bläulichen Leuchten erfüllt (siehe Bild).
Dabei handelt es sich um so eine Art "Überlichtknall", erzeugt von Spaltprodukten, die schneller durchs Wasser sausen als das Licht. Wilde Physik.
Die optische Show war auf jeden Fall interessant - und zur Beruhigung für besorgte Angehörige: Das Dosimeter, was beim Experiment mit dabei war, zeigte keine messbare Kontamination an.
Trotzdem: Im Chemielabor fühle ich mich sicherer :).
Samstag, 19. April 2008
Tripping
...road tripping, genauer gesagt. Dieser längst überfällige Artikel (Asche auf mein Haupt!) widmet sich endlich der wilden Woche on the road!
Das Spring Term hat vor drei Wochen begonnen, und plätschert mit undergrad-Kursen und einem bislang unangerührten Research Project vor sich hin.
Kathrin ist gestern wieder abgefahren, die angestaute Homeworl ist größtenteils erledigt oder vergessen, und endlich, endlich kann ich mich mal dazu aufraffen, und die Verpfllichtung gegenüber allen Daheimgebliebenen wahrnehmen, Blog und Fotoseite wieder auf den aktuellen Stand zu bringen!
Bekannterweise bringt der übliche amerikanische Collegestudent seine Woche Ferien zwischen Winter und Spring Term (spring break) damit zu, nach Mexiko zu jetten und dort dem Alkohol und anderen Verpflichtungen zu frönen.
Das stimmt aber gar nicht! Wie mir die Gesellen aus der Conversation Class (eine Veranstaltung, wo ich mit amerikanischen Studenten einmal wöchentlich eine Stunde Deutsch sprechen soll) versichert haben, waren sie "zuhause" und haben "gar nichts" gemacht, außer "geschlafen" und "TV".
Naja, im Ausgleich dazu haben Johannes, Michal und ich eine Woche lang den Südwesten der USA unsicher gemacht, und unser armes kleines Mietauto zehn Tage lang von morgens bis abends über Stock und Stein gehetzt.
5000 Meilen und über 100 Gallonen Benzin später haben sich so viele Eindrücke (und Ausdrücke ;) ) angesammelt, dass ich beschlossen habe, dem Roadtrip ein eigenes Unteralbum auf der Fotoseite zu widmen, und die Erklärungen und Kommentare gleich mit den Fotos zu vereinigen - das macht's einfacher für mich, und anschaulicher und luschdiger für alle anderen Beteiligten!
Kaum war der Roadtrip vorbei und die Uni in den Startlöchern, kam Kathrin vorbeigeschneit, um sich das amerikanische Collegeleben in "Papphäuschenhausen" (Wortkreation von Kathrin) mal näher anzuschauen - und da das nicht alles sein kann, musste man natürlich gleich noch mal auf Reisen gehen! Leider war die Bahnstrecke nach San Francisco gesperrt (ein Erdrutsch, der im Januar die Gleise verschüttet hatte, konnte bislang leider nicht weggeräumt werden!).
Alternativziel: Seattle! Die angebliche Regenmetropole begrüßte mich nun schon zum zweiten Mal mit strahlend schönem Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen, und es wurde ein ganz tolles Wochenende!
Die Fotos dazu und müssen sich aber noch ein bisschen gedulden. Ich nehme mir ganz fest vor, sie morgen hochzuladen und zu kommentieren!
Allerbest wishes!
ANMERKUNG: Die Fotos, die ich gerade so liebevoll sortiert und kommentiert habe, hat mein tausendmal gehasstes Fotoalbum-Programm wieder durcheinandergewurschtelt und der Beschreibungen beraubt. Jetzt habe ich aber keine Lust mehr, alles nochmal zu machen - die Fotos sind online, nur die Beschreibungen müssen bis morgen warten.
ANMERKUNG 2: Bis übermorgen. Sorry. :)
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